Seit einiger Zeit beschäftige ich mit dem Thema „Lego und Licht”. Für viele offizielle Lego-Sets kann man bei diversen Anbietern fertig konfigurierte Beleuchtungslösungen kaufen, aber das hat mich nie besonders gereizt. Ich wollte lieber selbst etwas basteln, außerdem sind die fertig konfigurierten Sets meiner Meinung nach relativ teuer, und vermutlich nicht flexibel für den eigenen Bedarf zu modifizieren.
Bei meinen weiteren Recherchen stieß ich auf einen Platinen-Steckverbinder mit der Bezeichnung „JST SUR”. Dies scheint im Lego-Umfeld der Standard-Steckverbinder für nicht proprietäre Beleuchtungs-Installationen zu sein. Dieser Verbinder ist wirklich winzig: das Rastermaß beträgt nur 0,8mm, und der Stecker geht somit komfortabel durch die Öffnungen in Lego Technic Bricks. Es gibt auch andere Systeme, mit denen man für Licht sorgen kann, und diese sind unter Umständen noch winziger bzw. die Kabel noch flacher, aber dann ist man in der Auswahl verfügbarer Komponenten sehr eingeschränkt und bindet sich meistens an einen speziellen Hersteller.
Ich habe zunächst angefangen mit ein paar billigen Komponenten aus China (USB-Stromversorgung für JST SUR, kleine Verteilerplatinen, eine Auswahl fertig konfigurierter LEDs). Das fand ich schnell etwas zu statisch, doch jetzt war mein Interesse geweckt.
Und dann stieß ich auf einen pfiffigen kleinen Microcontroller: den TinyFX von Pimoroni. Der Hersteller war mir von meinen Basteleien mit dem Raspberry Pi bereits für clevere Lösungen bekannt.

Ein paar technische Details vorweg, die den Pimoroni TinyFX für Lego-Beleuchtung sehr interessant machen:
- die Größe des Controllers beträgt ziemlich genau 3×4 Noppen (zzgl. Platzbedarf für die genutzten Anschlüsse)
- der Controller hat 6 individuell programmierbare LED-Kanäle und zusätzlich einen ebenso frei programmierbaren RGB-LED-Kanal (jeweils stufenlos, bzw den RGB-Kanal mit bis zu 16 Millionen Farben) – alle diese Anschlüsse sind JST-SUR und somit kompatibel mit den meisten verfügbaren LED-Komponenten für Lego-Modelle und -MOCs.
- Stromversorgung erfolgt mit USB-C
- außerdem gibt es einen Anschluß für einen kleinen Lautsprecher und für ein IR-Präsenz-Modul (man kann „mit der Hand wedeln” um einen Effekt auszulösen)
Besonders spannend ist die erweiterte Variante „TinxFX W”, die zusätzlich noch WLAN und Bluetooth bietet. Mit dem WLAN-Modul kann man den Controller wahlweise mit einem WLAN-Hotspot verbinden, oder der Controller kann selbst einen WLAN-Hotspot aufbauen.
Ohne individuelle Programmierung ist das Modul allerdings relativ langweilig: im Auslieferungszustand produziert der Controller nach dem Einschalten ein Lauflicht über alle 6 LED-Kanäle, und der RGB-Kanal leuchtet nur in einer Farbe. Aber mit ein paar Kenntnissen in MicroPython wird das kleine Platinchen zu einem wahren Wundercontroller: ob Ampelschaltung für eine komplette Kreuzung, flackerndes Feuer, Blitz (und Donner!) oder die realistische Beleuchtung von Flugzeug-Modellen – alles wird möglich. Und mit WLAN und Bluetooth kann man dem Controller verschiedene Konfigurationen mit „auf den Weg” geben und diese bei Bedarf abrufen.
Wie bereits erwähnt, gibt es den Controller mit und ohne WLAN/Bluetooth. Die einfache Version „TinyFX” ohne Funknetzwerke kostet ca. 17 Euro und kann bei einigen Händlern in Deutschland erworben werden (u.a. bei BerryBase). Die WLAN/Bluetooth-Variante „TinyFX W” habe ich leider nur beim Hersteller Pimoroni in England gefunden, das bedeutet: relativ lange Lieferzeit und Zollgebühren. Ohne diese Gebühren kostet der TinyFX W dort knapp 20 Euro. Aber ich kann versprechen: wer (fast) unbegrenzte Möglichkeiten für individuelle Beleuchtung sucht, findet diese mit dem TinyFX W.
Hinweis: ich bekomme weder eine Provision vom Hersteller oder den verlinkten Händlern, noch setze ich Affiliate-Links. Dieser Blog ist nicht kommerziell.